Was ist Yoga?

Wenn das Wort Yoga fällt, kommen uns gleich diverse Assoziationen in den Kopf. Herabschauender Hund, Krieger 1, Krieger 2, Sonnengruß und so weiter. Es ist richtig, dass all diese Asanas (Yogaübungen) einen wesentlichen Teil von Yoga mitgestalten, aber ist das wirklich schon alles?

Überall hört man von der allumfassenden Heilkraft von Yoga. Aber wie sollen so ein paar Übungen auf der Matte bei den Herausforderungen des Alltags schon helfen können?

Jeder kann Yoga!

Ich bin der festen Überzeugung – jeder kann Yoga. Allerdings ist es nicht für Jeden in jeder Lebensphase gerade die geeignete Methode, um Heilung zu erlangen. Wir Menschen in unserer Diversität, können durch so viele verschiedene Kanäle ins Strahlen kommen. Manch Einer findet im Joggen, Fahrradfahren, Bergsteigen, Rudern oder ähnlichem, die Heilung, die er/sie gerade benötigt.

Betrachtet man Yoga von außen, wird der körperliche Aspekt ganz klar deutlich. Es geht bei Weitem nicht darum, sich enorm zu verbrezeln, so wie es uns im Außen suggeriert wird. Es ist nicht, „sich das Bein um den Kopf zu wickeln und das Bild dann auf Instagram zu posten“. Die Asanas auf der Matte dienen dazu, dass wir mit unserem Körper flexibel die Herausforderungen des Alltags meistern können.

Ist Yoga gleich Sport?

Yoga hat durchaus einen sportlichen Charakter. Im Gegensatz zu manch anderen Sportarten wird beim Yoga der Körper im Ganzen beansprucht und gefördert, wohingegen z.B. beim Tennis der Fokus eher einseitig auf dem Schlagarm liegt oder beim Laufen die Beanspruchung der Beingelenke vordergründig sind. 

Nichtsdestotrotz ist körperliche Betätigung jeglicher Art und Weise gut für uns. Sport kann ein Ventil sein, um angestaute Energien freizulassen. Es kann uns helfen, den „Kopf frei zu kriegen“, den Stress des Tages für einen kurzen Moment zu vergessen. Sport gibt uns ein gesundes Körpergefühl. Durch die körperliche Betätigung schütten wir Endorphine aus, die uns ein wohliges Glücksgefühl schenken.

Darüber hinaus hat Sport einen wichtigen sozialen Aspekt. Über die gleichen Interessen finden sich Gruppen zusammen und Freundschaften können sich bilden. Der Effekt von körperlicher Betätigung ist schon lange wissenschaftlich bewiesen, was selbstverständlich auch für Yoga zutrifft.

Aber was macht Yoga denn jetzt so besonders?

Ganz einfach…Yoga ist eine Philosophie, eine lebensbejahende Perspektive. Yoga ist Atmung, die uns durch das Leben, mit all seinen Höhen und Tiefen, begleitet. Und damit ist es weitaus mehr als nur Turnen auf der Matte.

Durch das Üben der Asanas auf der Matte machen wir uns auf den Weg der Selbsterkenntnis. Es geht im Grunde darum, in seinen Körper zu spüren und wahrzunehmen, was er jetzt, hier und heute braucht. Wie fühlt sich rechts im Gegensatz zu links an? Wo sitzen Verspannungen und wie kann ich sie lösen? Wie geht es mir heute?

Im Yoga ist wertfreies wahrnehmen das A und O. Es geht um kein Wettbewerb, keine Bestzeit oder sonstige Messwerte. Es geht schlicht und einfach um DICH… Es geht darum dir gegenüber eine innerliche Akzeptanz zu entwickeln und die Dinge so zu nehmen, wie sie sind, ohne sie permanent verändern zu wollen.

Yoga ist ein Prozess!

Yoga ist ein Prozess der Bewusstwerdung all dieser Dinge, die wir an unserem Körper und/ oder unserem Geist wahrnehmen. Sind wir uns dessen einmal bewusst, kann Veränderung eintreten.

Wie wir in den Asanas stehen, sitzen oder liegen, gibt uns ein Feedback darüber, was gerade mit unserem Körper möglich ist. Das Halten einer Position, zeigt uns, wie es um unseren derzeitigen Ehrgeiz und unsere Ausdauer steht. Wir können uns in diesen Situationen wunderbar selbst beobachten. Wie gehe ich mit Herausforderungen um? Wo sind innere Blockaden? Welche Gedanken kommen mir? Wie oft verurteile ich mich eigentlich selbst? Gestern ging das doch noch, warum heute nicht? Wir können uns durch diesen Prozess schrittweise selbst auf die Schliche kommen und uns wieder mehr kennen und lieben lernen.

Im Yoga Sutra nach Patanjali wird beschrieben, dass die einzige Asana der Lotussitz ist – ein stabiler und bequemer Sitz für lange Meditationen über Stunden, Tage – und alle Asanas sich daraus entwickelt haben, um den Körper für dieses lange Sitzen vorzubereiten. Das einzige Ziel des Yoga ist nämlich Samadhi – die Erleuchtung – zu erlangen.

Was bringt uns Yoga nun also für ein Mehrwert?

Wir beschäftigen uns im Yoga nicht nur mit unserem Körper, sondern auch mit unserem Geist. Wir lernen uns so zu akzeptieren, wie wir sind. Wir bauen über unseren Körper Vertrauen in uns selbst auf. Wir lernen mit Herausforderungen umzugehen. Kraft, Anmut und Stärke wird uns durch regelmäßiges Üben geschenkt. Yoga ist ein Weg der Selbstheilung, äußerlich wie auch innerlich.  

Wenn du noch mehr zum Thema Yoga lesen möchtest, dann schaue gerne einmal hier vorbei oder besuche einen Yogakurs in deiner Nähe.

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